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Berlin: Raubserie vor Gericht zeigt Risiken von Online-Casino-Spielsucht und Drogen
Glücksspielprobleme und Drogenkonsum treffen zunehmend aufeinander, insbesondere durch die ständige Verfügbarkeit von Online Casinos. Ein aktueller Prozess vor dem Berliner Landgericht zeigt, welche drastischen Folgen entstehen können, wenn Kontrollverlust, finanzielle Verzweiflung und Sucht zusammentreffen. Angeklagt ist eine 31-jährige Frau, die mehrere Raubüberfälle auf ältere Menschen begangen haben soll. Sie gab an, Geld für Drogen und Online-Casino-Spiele benötigt zu haben.

Raubserie gegen Senioren
Die Anklage wirft der Frau drei gezielte Raubüberfälle vor, alle gegen wehrlose Senioren. Am 17. Juni 2024 soll sie eine 78-jährige Bekannte mit Gewalt und Pfefferspray überfallen haben, um Bargeld und Schmuck zu erbeuten. Wenige Stunden später folgte der Überfall auf eine 100-jährige Passantin mit Rollator. Schließlich soll sie eine Woche später in einer Pflegeeinrichtung Schmuck entwendet haben. Die Staatsanwaltschaft erhebt Vorwürfe wegen Raub und Körperverletzung.
Online-Casino-Spielsucht als Risikofaktor
Der Prozess verdeutlicht, dass auch regulierte Online Casinos nicht verhindern können, dass suchtgefährdete Personen in problematische Spiralen geraten. Selbstkontrollsysteme wie Einzahlungslimits oder Sperrdateien greifen nur, wenn Betroffene sie aktiv nutzen. Die Angeklagte räumte ein, das Geld sowohl für Drogen als auch für Online Casino Spiele verwendet zu haben. Experten betonen, dass die Kombination von Spielsucht und Drogenabhängigkeit die Hemmschwellen für kriminelles Verhalten senken kann.
Folgen für Prävention und Verantwortung
Der Fall zeigt, wie schnell die Spirale von Online-Glücksspiel und Sucht außer Kontrolle geraten kann. Nicht der Gewinn, sondern der nächste Einsatz treibt Betroffene an. Politik, Anbieter und Spieler tragen gemeinsam Verantwortung: Frühzeitige Prävention, Intervention und zugängliche Hilfsangebote sind entscheidend, um Eskalationen zu verhindern.
Der Berliner Prozess ist kein generelles Argument gegen Online-Glücksspiel, sondern ein Hinweis auf die Grenzen des Spieler- und Jugendschutzes. Er verdeutlicht, dass Spielsucht reale Konsequenzen haben kann – weit über den Bildschirm hinaus.





